Geschichte

50 Jahre Belalp Bahnen AG -
Von der kleinen Luftseilbahn zum Leistungsträger des Tourismus in Naters – Blatten – Belalp

Dieser geschichtliche Rückblick ist dem Buch „Naters – Das grosse Dorf im Wallis“ von Hochw. Dr. Erwin Jossen entnommen und ergänzt für die letzten Jahre mit eigenen Aufzeichnungen der Belalp Bahnen AG.

Erste Kabine der Luftseilbahn

Erste Kabine der Luftseilbahn

Bau und Ausbau der Luftseilbahn Blatten-Belalp - Die Bahn setzt sich durch

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Blatten ein Ferienhaus nach dem andern. Ein zweites Hotel und andere Betriebe öffneten ihre Pforten. Initiative Männer machten aus Blatten langsam einen Kurort. Inspiriert von anderen Berggemeinden, die ihre Gebiete erschlossen, suchten auch die Natischer nach einer besseren Verbindung von Blatten auf die Belalp. Es war nur die Frage: Strasse oder Luftseilbahn?

Dem Protokoll der Urversammlung vom 5. Mai 1946 entnehmen wir: «( ... ), dass eine Luftseilbahn Blatten-Belalp für die weitere Entwicklung der Gemeinde ein dringendes Bedürfnis ist und bald ausgeführt werden muss, wenn wir uns nicht verspäten wollen. Eine Fahrstrasse käme viel zu hoch, während eine Luftseilbahn einen Ertrag abwirft und sich bezahlt macht.» In der gleichen Urversammlung wurde der Antrag gestellt, «dass der Gemeinderat mit Bildung einer Kommission, bestehend somit aus dem Gemeinderat, den Grossräten, je einem Vertreter der zwei Hotels, der zwei Skiclubs und dem Antragsteller , die Sache studieren und sobald wie möglich der Urversammlung Vorschläge unterbreiten soll. Hr. Präs. Meinrad Michlig nimmt den Antrag zustimmend entgegen».

In der Folge schien die Planung mit Ingenieur Hunziker von den «Roll'schen Eisenwerken über ein System, das 230 000 Franken kosten würde», recht zügig voranzugehen. Die Gemeinderäte wollten das Projekt beschleunigen, «damit die Bahn im nächsten Sommer bereit ist». Einen Monat später, am 28. Oktober 1946, wird im Gemeinderatsprotokoll festgehalten, dass Herr Ingenieur Hunziker bald ein Projekt und die Lieferfrist unterbreiten solle. Hier enden die Angaben in den Gemeinderatsprotokollen über eine allfällige Seilbahn. Es scheint, dass das Projekt vorerst nicht mehr zur Sprache kam. Die finanzielle Lage liess es wohl nicht zu, eine Bahn zu bauen. Ausserdem war der Weiterausbau der Strasse von Naters nach Blatten vordringlicher als der Bau einer Luftseilbahn auf die Belalp.

 

Bergstation der Lufseilbahn, Umbau auf die 2. Kabine-1979

Bergstation der Lufseilbahn, Umbau auf die 2. Kabine-1979

Nach einer Denkpause von sechs Jahren wollte ein gewisser Walter Birkhäuser aus Blumenstein/BE das Seilbahnprojekt wieder vorantreiben. Er wünschte sich eine Beteiligung der Gemeinde. Der Gemeinderat verlangte hierzu nähere Angaben und brachte den Seilbahnvorschlag zusammen mit dem Projekt einer Strasse am 27. April 1952 vor die Urversammlung. Der Gemeinderat plädierte für den Bau einer Luftseilbahn, für die verschiedene Kostenberechnungen zwischen 200 000 und 750 000 Franken vorlagen, während eine Strasse 800 000 Franken (25 Prozent Subventionen) kosten würde. Den genauen Beschluss der Urversammlung erfahren wir aus dem Protokoll nicht. Die weitere Entwicklung der Angelegenheit aber spricht dafür, dass sich die Urversammlung für den Bau einer Luftseilbahn entschied.

Alte Bergstation der Luftseilbahn, Westansicht

Alte Bergstation der Luftseilbahn, Westansicht

Bau der Luftseilbahn

Am 26. Oktober 1952 fand im Restaurant Post in Naters eine Interessenversammlung statt, an der ein bereits vorliegendes Projekt wärmstens begrüsst wurde. Sofort bildete sich ein Initiativkomitee, dem folgende Mitglieder angehörten:

  • Anton Salzmann, alt Gerichtspräsident, Vorsitzender
  • Alois Gertschen, Regierungsstatthalter
  • Meinrad Michlig, Gemeindepräsident
  • Pius Werner, Vizepräsident
  • Adolf Augsburger sen., Kaufmann
  • Arthur Klingele, Hotelier
  • Walter Jaeger, Grundbuchverwalter
  • Anton Volken, Geschäftsmann
  • Otto Zenklusen, Geschäftsmann

Dieses Komitee machte sich unverzüglich an die Arbeit, besichtigte bereits erstellte Bahnen, prüfte Orts- und Bodenverhältnisse und gründete eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 250 000 Franken. Die Gemeindespitzen waren im Komitee gut vertreten und demzufolge kam der Bau der Seilbahn in dieser Zeit auch fast in jeder Gemeinderatssitzung zur Sprache. An der Urversammlung vom 26. April 1953 wurde eine Beteiligung der Gemeinde in der Höhe von 50 000 Franken mit 134 gegen 53 Stimmen, bei vier Enthaltungen, klar angenommen.

Alte Bergstation der Luftseilbahn, Ostansicht

Alte Bergstation der Luftseilbahn, Ostansicht

Jetzt konnten die Arbeiten endlich vorangetrieben werden. Nach den Plänen von Ingenieur A. Schönholzer, Spiez, und den Architekten Walter Feliser, Brig, und Paul Sprung, Naters, wurde eine Linienführung gewählt, die den Reisenden auf der ganzen Länge der Fahrt eine prachtvolle Aussicht bietet und zudem den Vorzug hat, dass keine Schluchten zu überqueren sind und die Kabinen sich nur in geringer Höhe über dem Erdboden bewegen.

Im Herbst 1953 konnten die Tal- wie auch die Bergstation im Rohbau fertig gestellt werden. Für die Bauten wurde im Allgemeinen einheimisches Material verwendet. Ortsansässige Unternehmer - soweit dies möglich war - führten die Arbeiten aus. Die Firma Willy Habegger, Maschinenfabrik in Thun, lieferte die maschinellen Einrichtungen. In der Bergstation wurde ein Postlokal untergebracht und an der Ostseite ein Buffet-Restaurant angebaut. Die Kosten des Seilbahnbaus verteilten sich wie folgt:

  • Gebäude und Anlagen Fr. 219 628.88
  • Maschinelle Einrichtungen Fr. 285 000.--
  • Mobiliaranschaffungen Fr. 10 200.80
  • Terrainankäufe Fr. 5 621.90
  • Total Franken 520 451.58

Am 24. Juli 1954 erteilte das Eidg. Amt für Verkehr für das St. Jakobsfest vom 25. Juli eine provisorische Fahrbewilligung. Kaplan Alois Walker, der den Seelsorgedienst auf der Belalp besorgte, hielt in seinen Aufzeichnungen Folgendes fest: «Am 25. Juli, am St. Jakobsfesttag, fuhr die neue Seilbahn zum ersten Mal und brachte seither eine grosse Menschenmenge auf die Alpe. Die Vor- und Nachteile dieser Bahn brauchen wohl kaum eigens geschildert zu werden.» Am 19./20. August 1954 erfolgte die endgültige Kollaudation (amtliche Prüfung der Anlage) durch das Bundesamt für Verkehr. Am darauf folgenden Tag, dem 21. August, wurde die Luftseilbahn offiziell dem Betrieb übergeben. Die Einsegnung am 18. Juni 1955 nahm Kaplan Alois Walker vor.

Ausgang Skitunnel Hohstock - 1984

Ausgang Skitunnel Hohstock - 1984

Ausbau der Luftseilbahn

Die Luftseilbahn wurde von der einheimischen Bevölkerung als wichtiges Transportmittel sofort geschätzt. Daneben erschloss sie die Belalp dem Sommer- und dem Wintertourismus. Zunächst betrachteten viele Einheimische dies als unerwünschte Nebenwirkung. Denn jetzt kamen nicht mehr nur einzelne Fremde, sondern eine grosse Menschenmasse «störte» fortab das harmonische Gleichgewicht auf der Belalp. Während viele dem sich langsam entwickelnden Tourismus eine gewisse Skepsis entgegenbrachten, sahen nicht wenige in ihm die grosse Chance für die Zukunft. Letztere wurden immer zahlreicher.

Bis zum Jahr 1957/1958 war die Luftseilbahn nur sommers in Betrieb. Der Skiclub Bergfreund bewirkte, dass sie auf Verlangen auch im Winter fuhr. Bis zum Jahre 1970 war es relativ still um den Betrieb der Luftseilbahn.

Wichtige Studie von Dr. Jost Krippendorf

Die Verantwortlichen der Seilbahnen AG baten den Schweizerischen Fremdenverkehrsverband (SFV) um eine gesamtwirtschaftliche Beurteilung ihres Ausbauprojektes. Am 22. März 1971 legte Dr. Jost Krippendorf vom SFV, Bern, in einer bedeutenden, acht Druckseiten umfassenden Studie mit dem Titel «Wirtschaftliche Erwägungen zum Ausbau des Transportangebotes im Gebiet Blatten-Belalp-Aletsch» seine Studienergebnisse dar. Diese Arbeit galt fortab als Leitfaden in der Tourismusplanung auf dem Gebiet der Gemeinde Naters. Aus diesem Grund seien die Kernpunkte Krippendorfs hier genannt:

1. Der gegenwärtige touristische Entwicklungsstand von Blatten-Belalp ist als bescheiden zu bezeichnen. Im Beherbergungssektor stehen in Blatten und auf der Belalp 350 Betten in Hotels und Massenlagern zur Verfügung. Dazu kommen circa 120 Chalets, was eine gesamte Beherbergungskapazität von ungefähr 1000 Betten ergibt. Das Beherbergungsangebot vor allem im Raum Blatten muss gefördert, Kurortseinrichtungen ins Auge gefasst und Transportanlagen ausgebaut werden.

2. Die Wintersportnachfrage entwickelt sich fast in allen Ländern explosiv. «Die touristischen Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen von Blatten-Belalp sind als ausgezeichnet zu veranschlagen.»

3. Topographie, Landschaft und Klima als touristische Attraktion sowie die Verkehrslage bilden den «Rohstoff» jeden Fremdenverkehrs. Für Blatten-Belalp ergibt sich folgende Beurteilung:

a) Die Höhenlage (Blatten 1322 m, Belalp 2080 m, Skigebiet bis 3300 m ü. M.) ist insbesondere für den Winterverkehr als positiv zu werten. Eine gute Schneesicherheit ist ebenfalls gegeben. Das Skigebiet auf der Belalp ist für Skifahrer aller Stärkeklassen geeignet.

b) Lage in einem Talschluss mit gutem Windschutz und keinem Durchgangsverkehr.

c) Südexposition der Belalp, mit einem prächtigen Ausblick ins Tal und auf die gegenüberliegende Bergkette sowie ins nahe liegende Aletschgebiet.

d) Verkehrslage: Sie stellt vielleicht den grössten Trumpf von Blatten-Belalp dar. Blatten liegt 15 Autominuten vom internationalen Eisenbahnverkehrsknotenpunkt Brig entfernt und hat

somit besten Anschluss an alle Zugsverbindungen. Auch mit dem Auto ist Blatten erreichbar. Mit dieser Verkehrslage weist Blatten-Belalp ein überdies grosses Einzugsgebiet auf. Mehrere Räume mit über einer Million Einwohnern befinden sich in einer zwei- bis dreistündigen Entfernung (Mailand, Westschweiz, Nordschweiz usw.). Der Tagesverkehr kann sich vor allem aus dem Raum Brig (Agglomeration mit über 15 000 Einwohnern) und der weiteren Region rekrutieren.

4. Die Tatsache, dass die Gemeinde Naters in der Abstimmung vom 6./7. Februar 1971 die Ortsplanung von Blatten-Belalp angenommen hat, ist als wichtiger Entwicklungsfaktor zu werten. Die speziellen Baubestimmungen schützen den alten Dorfkern in Blatten und bieten über Baustil, Grösse der Bauten usw. Gewähr, dass im Baugebiet keine Zerstörung der Landschaft entstehen kann.

5. Bei den Behörden und der Bevölkerung besteht der ausgesprochene Wille, die touristische Entwicklung von Blatten-Belalp zu fördern. Die Munizipalgemeinde verfügt über eine relativ grosse Finanzkraft und ist auch gewillt, die weiteren Projekte in Blatten-Belalp zu unterstützen. Die Burgergemeinde als grösste Landbesitzerin im Entwicklungsgebiet steht nicht zurück und gewährt Bau- und Durchgangsrechte.

Ausbau in Etappen: 1972-1992

Um 1970 wurde der Ruf nach einem Umbau der Seilbahn und der Erschliessung neuer Skigebiete durch Skilifte immer lauter. Die Verantwortlichen spürten den Puls der Zeit. So wurde 1972 die alte Seilbahnstation umgebaut und mit einer 80-Personen Kabine ausgerüstet. Die Einweihung der neuen Seilbahnanlage erfolgte am 8. Februar 1973. Die erste Ausbauetappe von 1972/1973 brachte der Region eine Entwicklung, wie sie in diesem Ausmass von niemandem erwartet worden war. Sowohl die Zahl der Logiernächte als auch der Ertrag des Luftseilbahn- und Skiliftbetriebes verdoppelten sich nahezu. Die Beförderung von Personen stieg gegenüber dem Vorjahr um 113 Prozent und der Verkehrsertrag um 120 Prozent.

Aber schon 1979 erfolgte ein weiterer Umbau der Seilbahn. Sie wurde auf Doppelbetrieb mit zwei 80-Personen-Kabinen umgestellt, was mit 2,4 Millionen Franken zu Buche schlug. Die Voraussetzungen für den Betrieb einer zweiten Grosskabine wurden aber in weiser Voraussicht schon 1972 geschaffen. Am 22. Dezember 1979 konnte Verwaltungsratspräsident Edmund Salzmann anlässlich der Einsegnung durch Pfarrer Josef Pfaffen bei der Bergstation eine gut gelaunte Gästeschar begrüssen. Anwesend waren Vertreter aus Politik, Tourismus und Wirtschaft sowie die am Bau beteiligten Fachleute und Freunde der Belalp.

19. Dezember 1980 Inbetriebnahme der Mittelstation im Erich für das Feriendorf «Tschuggen».
1991 Erstellung von Depot und Einstellhalle in Blatten sowie des Sanitätslokals auf Hohbiel.
1992 Neubau Büro und Verwaltungsgebäude Blatten (1,5 Millionen Franken);
Depot Mittel- und Bergstation (zusammen zirka 700 000 Franken).

Technische Daten der Luftseilbahn

Die topografischen Angaben für die Luftseilbahn aus dem Jahre 1954 und die der umgebauten Bahn von 1979 (heute) sind dieselben, nämlich: Talstation 1336,75 m ü. M., Bergstation 2096 m ü. M.,, Höhendifferenz 763 m, Fahrbahnlänge 1767 m, horizontale Länge 1593 m, zwei Kabinen und zwei Stützen.

Weitere technische Daten 1954 1979 (heute)

  • Fassungsvermögen je Kabine 10 Pers. 80 +1 Pers.
  • Förderleistung pro Stunde 65 Pers. 800 Pers.
  • Fahrgeschwindigkeit (Spitze) 4,0 m/Sek. 8,5/7 m/Sek.
  • Fahrtdauer (ohne Halt im Erich) 8-9 Min. ca. 5 Min.
  • Nutzlast Material 800 kg 6000 kg
  • Maximale Antriebsleistung 63 PS 790 PS
  • Tragseile (pro Strecke 2), Æ 30 mm 45 mm
  • Zugseile (pro Strecke 1), Æ 19 mm 31 mm

Von der Seilbahnen AG Blatten-Belalp-Aletsch zu der Belalp Bahnen AG
Gründung und Entwicklung: 1953-1995

Die Luftseilbahnen Blatten-Belalp AG wurde 1953 gegründet. Der Verwaltungsrat setzte sich lange Zeit aus etwa den gleichen Mitgliedern zusammen, die 1952 das Initiativkomitee für den Bau der Luftseilbahn gebildet hatten. Zunächst müssen wir von einer anderen, recht aktiven Organisation reden, nämlich von der Skiliftgenossenschaft Blatten.

Am 6. Februar 1960 fand im Gasthof Blatten die Gründungsversammlung der Skiliftgenossenschaft Blatten statt. Verwaltungsratspräsident war Ignaz Mutter. Am 8. Oktober 1960 beschloss die Generalversammlung, die Skiliftgenossenschaft Blatten in eine AG umzuwandeln und zusammen mit der Skilift Belalp eine Genossenschaft zu gründen. Im November 1961 wurde Meinrad Michlig zum Präsidenten der neuen Skilift Blatten-Belalp AG gewählt. Diese erbaute in Zusammenarbeit mit der Luftseilbahnen Blatten-Belalp AG und der Gemeinde 1963 auf der Belalp (Kühmatte) den ersten Skilift. 1965 wählte die Skilift AG einen neuen Verwaltungsrat mit Alois Jossen als Präsidenten. Nach zum Teil heftigen Diskussionen schlossen sich am 10. Juli 1970 die Luftseilbahnen Blatten-Belalp AG und die Skilift Blatten-Belalp AG zusammen. Die neue Gesellschaft gab sich den Namen Seilbahnen AG Blatten-Belalp-Aletsch.
 

Seilbahn: beförderte Personen

Die bisherige Gesellschaft Luftseilbahnen Blatten-Belalp AG übernahm gemäss Fusionsvertrag vom 10. Juli 1970 die Aktiven und Passiven der Skilift Blatten-Belalp AG. Das Aktienkapital der neuen Gesellschaft wurde 1970 auf 3,8 Millionen Franken (7600 Inhaberaktien à 500 Franken) aufgestockt.

Luftseilbahn in Blatten mit altem Stationsgebäude, 1973-1979

Luftseilbahn in Blatten mit altem Stationsgebäude, 1973-1979

Das Ziel der neu entstandenen Gesellschaft wurde in Artikel 2 der 31 Artikel umfassenden Statuten vom 3. März 1971 wie folgt umschrieben: «Zweck der Gesellschaft ist die Erstellung und der Betrieb von Seilbahnen in der Region Blatten-Belalp-Aletsch, um dadurch, unter Wahrung ihres Charakters als Erwerbsgesellschaft, in dieser Gegend die soziale und wirtschaftliche Entwicklung sowie den Fremdenverkehr zu fördern.» Der Verwaltungsrat der Seilbahnen AG entfaltete denn auch zusammen mit dem Verkehrsverein und der Kurdirektion eine äusserst rege Tätigkeit rund um das touristische Geschehen.

Der Ausbau des Skigebietes auf der Belalp
Die Erschliessung der Geländekammern Sparrhorn und Hohstock

Die Skilift Blatten – Belalp AG betrieb 1 Skilift in Blatten und 1 Skilift auf der Belalp, der von der Kühmatte auf den Schönbiel führte. Mit diesen beiden Anlagen und dem beschränkten Pistenangebot blieb der Winterbetrieb auf der Belalp bescheiden. Das änderte sich 1972, als gleichzeitig mit dem Umbau der Luftseilbahn der 2,4 km lange Sparrhornlift gebaut und damit das Skigebiet wesentlich erweitert wurde. Gleichzeitig wurde der alte Skilift Schönbiel durch einen neuen Skilift ersetzt. Das nun zeitgemäss erschlossene und attraktive Skigebiet löste einen Boom aus. Es wurden zahlreiche Ferienwohnungen gebaut. Wie oben beschrieben, wurde bereits 1979 die Luftseilbahn von einer auf zwei 80er Kabinen umgebaut. Im Skigebiet wurde die Förderkapazität der Anlagen mit dem Bau der Skilifte Schönbiel 2 und Sparrhorngrat gesteigert.

Hohstocklift - Umlenkstation auf 3100 m.ü.M - 1983

Hohstocklift - Umlenkstation auf 3100 m.ü.M - 1983
Hängemast Hohstocklift

Hängemast Hohstocklift

Einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung setzten die Belalp Bahnen 1983 mit der Inbetriebnahme des Skiliftes Hohstock, der das Skigebiet bis auf 3100 m.ü.M. erschliesst. Der 1984 gebaute Tunnel Hohstock hat dann das Tor zu den weiten Hängen unterhalb des Belgrats für berauschende Abfahrten geöffnet. In den folgenden Jahren wurden im weitern erstellt: 1986 Fleschtolalift, 1989 Staffellift und 1995 Färrichlift.

Die letzte Ausbau-Etappe erfolgte 1997 mit dem Bau der beiden Sesselbahnen Kelchbach und Bruchegg und der Einrichtung einer Beschneiungsanlage im Bereich Schönbiel. Der Fahrkomfort auf den Anlagen und die Schneesicherheit konnten im tiefer gelegenen Teil des Skigebietes der Belalp wesentlich verbessert werden.

Planstudie zur Erschliessung der Belalp als Skigebiet - 1970

Planstudie zur Erschliessung der Belalp als Skigebiet - 1970

Übersicht über das bestehende Transportangebot

Die touristischen Transportanlagen, die von Blatten aus das Ski- und Wandergebiet der Belalp erschliessen, sind in der nachstehenden Tabelle aufgelistet:

Luftseilbahn Blatten-Belalp

Luftseilbahn Blatten-Belalp

Touristische Transportanlagen der Belalp Bahnen AG (2002)

Anlage

Baujahr

Länge

Höhendifferenz

Kapazität

Luftseilbahn Blatten-Belalp

1954
1972/79

1'767 m

763 m

800 Pers.

Skilift Schönbiel

1979

1'100 m

236 m

1'000 Pers.

Skilift Sparrhorn

1972

2'400 m

529 m

1'000 Pers.

Skilift Sparrhorngrat

1979

900 m

211 m

1'000 Pers.

Skilift Hohstock

1982

1'520 m

450 m

1'000 Pers.

Ponylift I + II

 

100 m

20 m

500 Pers.

Skilift Stafel

1989

224 m

16 m

1'000 Pers.

Skilift Fleschtola

1986

1'950 m

429 m

1'000 Pers.

Skilift Lüsga/Färrich

1995

277 m

91 m

600 Pers.

Sesselbahn Kelchbach

1997

1201 m

252 m

2000 Pers.

Sesselbahn Bruchji

1997

595 m

160 m

1'000 Pers.

Total

11

12'034 m

3'157 m

10'900 Pers.

Mit diesen Transportanlagen erschliessen die Belalp Bahnen in den weiten Geländekammern ein Skigebiet, das sich von 3'100 m.ü.M. im Hohstock bis auf 2'050 m.ü.M. in der Kühmatte bzw. bis auf 1'320 m.ü.M. nach Blatten erstreckt. Es bietet lange und breite Pisten jeden Schwierigkeitsgrades. In der Hochsaison werden 60 km präparierte Pisten angeboten. Davon sind 12 km blaue, 23 km rote und 25 km schwarze Pisten. Die im Bereich Schönbiel installierte Beschneiungsanlage erlaubt es, den unteren Pistenbereich einzuschneien. Die Strassenabfahrt nach Blatten nicht eingerechnet, können im Schönbielbereich 6 km Pisten eingeschneit werden. Das sind 12 % der Pistenkilometer, die auf der Belalp präpariert werden.

Die Diversifikation - Der Kauf und die Renovation des Hotel Blattnerhof

1987 kauften die Belalp Bahnen das Hotel Blattnerhof. Der Totalumbau des Hotels 1993 bedeutete für den Ferienort eine deutliche Aufwertung des Hotelangebotes, für die Belalp Bahnen eine spürbare Bindung der finanziellen Mittel ausserhalb des Transportbereichs.

1996: Neuer Name, neue Statuten

An der Generalversammlung vom 20. Juni 1996 stimmten die Aktionäre den neuen Statuten zu. Zu den wichtigsten Neuerungen zählte zweifellos die Umbenennung der Seilbahnen AG Blatten-Belalp-Aletsch in Belalp Bahnen AG. Gemäss den Statuten hat ausserdem nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Burgerschaft Naters Anspruch auf einen Sitz im Verwaltungsrat. Ferner wurde neu für Verwaltungsräte künftig eine Amtszeitbeschränkung von zwölf, für den Verwaltungsratspräsidenten eine solche von 16 Jahren festgelegt. Und schliesslich war neu, dass der Präsident von der Generalversammlung gewählt werden muss. Bisher hatte sich der Verwaltungsrat selbst konstituiert.

Die Organe der Gesellschaft sind: 1. Generalversammlung, 2. Verwaltungsrat (fünf bis neun Mitglieder) und 3. Revisionsstelle.

Verwaltungsratspräsidenten der Belalp Bahnen AG

  • Anton Salzmann, alt Gerichtspräsident
  • 1959-1968 Meinrad Michlig
  • 1968-1970 vakant
  • Edmund Salzmann
  • 1988-1994 Richard Walker
  • 1994-1998 Peter Ritz
  • 1998- 2007 Erich Pfaffen
  • 2007-Klaus Zurschmitten

Direktoren der Belalp Bahnen AG
Ignaz Truffer: 1973 - 1998

Ignaz Truffer war von 1973 bis 1998 erster Direktor der Belalp Bahnen AG, sass während 20 Jahren im Führungsgremium des Verkehrsvereins und hat als zuverlässiger und kompetenter Betriebsleiter die touristische Entwicklung in der Region massgeblich mitgeprägt. Er war ein Tourismuspionier mit Herz. Von 1992 bis 1998 stand er der Walliser Vereinigung der Seilbahnen- und Skiliftunternehmungen als Präsident vor. Er starb am 30. Juni 1998.

Erster Skilift auf Schönbiel

Erster Skilift auf Schönbiel

Dr. Hans-Peter Zeiter: 1998 - 2004

Dr. Hans-Peter Zeiter übernahm die Leitung der Belalp Bahnen AG am 15.10.1998. Er hat die Belalp Bahnen während dieser 6 Jahre unter schwierigen Rahmenbedingungen und eingeengtem finanziellen Spielraum mit viel Fachkompetenz und umsichtig geleitet. Mit viel Engagement hat er sich für die Verbesserung der Qualität und die touristische Weiterentwicklung der Region eingesetzt.

Seit 2004 Vorsitzender der Geschäftsleitung ist Jossen Stefan

Kreis der Gesellschafter

Das Aktienkapital der Belalp Bahnen AG beträgt seit 1979 5,1 Millionen Franken (10 200 Aktien à 500 Franken). Die Aktien wurden in der Form von Inhaberpapieren ausgegeben. Grössere Aktienpakete befinden sich im Besitz der Einwohnergemeinde und der Burgerschaft Naters, welche zusammen gut 20 % des Aktienkapitals besitzen. Die übrigen Aktien sind unter der einheimischen Bevölkerung, Gewerbetreibenden, kantonalen und ausserkantonalen Chaletbesitzern und Privatpersonen mit einer Beziehung zur Belalp sehr breit gestreut.

Schlüsselzahlen

Per 31.12.2003 haben die Belalp Bahnen AG über 52 Mio Franken investiert. Der Buchwert der Anlagen betrug zum gleichen Zeitpunkt 20,2 Mio Franken. Dies entspricht 39,3 % des Anschaffungswertes. Im Betriebsjahr 2003 wurde ein Gesamtertrag von 6,0 Mio Franken erzielt. Der Unternehmungs-Cashflow wurde um 5,5 % auf 24,4 % des Gesamtertrages gesteigert. Bei einer konsequenten Schuldenrückzahlung konnte in den letzten Jahren der Eigenkapitalanteil von 18,5 % auf 25,9 % erhöht werden.

Schönbiel - Bergstation Sesselbahnen Kelchbach und Bruchegg

Schönbiel - Bergstation Sesselbahnen Kelchbach und Bruchegg
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